Kategorie: Gedanken

6 Tage als Single-Mama im Paradies

Rumsbums. Da stehe ich also mitten im Speisesaal des Vier-Sterne-Ressorts, das Kultamupsi, mittlerweile fast sieben Monate alt, vor meine Brust geschnallt. Die Kaiserin sitzt in der Karre. Die Laune von Ihro Gnaden schwankt stark in den letzten Wochen. Teilweise fühlt es sich an, als wäre mir mein eigenes Kind fremd geworden.
Bevor wir unsere Zelte hier abbrechen, wollten sie plötzlich alle kommen: Cousinen, Nichten, Verflossene, Bekannte, Schulfreunde und Kollegen. So waren die letzten Wochen vor unserem Umzug ein stetes Kommen und Gehen von mehr oder weniger vertrauten Menschen mit und ohne Kindern.

„Ich bin alleine mit den Babies und brauche Hilfe.“

Als Gruß aus deutschen Kitas hat man uns nicht nur selbstgefilzte Bälle und Häkellätzchen hinterlassen, sondern auch das neueste Viren-Update. Aus Manduca und Karre krächzt und ächzt es. Ich selbst unterdrücke krampfhaft den nächsten Husten-Anfall. Den Schein bitte noch einen Moment wahren. Aber machen wir uns nichts vor: Wir pfeifen hier auf dem letzten Loch.

„Ich bin alleine mit den Babies und brauche Hilfe.“ Soweit reicht mein Spanisch nach einem Jahr mal so gerade eben. Wobei die Übersetzung nicht ganz stimmt. Eigentlich bedeutet der Satz so viel wie: „Ich bin ledig mit den Babies …“ – im Sinne von alleinstehend. Soweit wär’s auch beinahe gewesen. Mehrmals in den letzten Wochen. Ich frage mich, wie leicht mir der Satz jetzt von den Lippen ginge, wenn wir am Samstag nicht „zum Papa“ nach München flögen, sondern alleine nach Hamburg zurückkehrten. Bei dem Gedanken kriege ich feuchte Augen.

So bleibt mein Urlaub als alleinstehende Mama mit zwei Babies unter zwei Jahren ein Experiment. Wenn wir am Samstag in München landen, hat Mikko den schweren Teil des Umzugs erledigt. Den Teil, an dem kein Ding mehr an seinem Platz ist, Möbel transportiert werden müssen und man sich von Würstchen und Kartoffelsalat ernährt. Wir nehmen noch etwas Abschied von Mallorca, unserem geliebten Strand und der Sonne.

Ich habe noch nicht ausgepackt. Unsere Koffer stehen auf dem Zimmer. Ein Raum mit tausend Schranktüren und Schubladen, Steckdosen ohne Kindersicherung und einem Bidet im Badezimmer. Die Kaiserin wird’s sicher mit Wonne nutzen. Sie wird ordentlich „Platsch“ machen, dabei das Appartement fluten, um sich dann den ultimativen Kick zu holen, wenn sie mit ihrer Kindergabel in der Steckdose herum stochert. Ich throne in meiner persönlichen kleinen Dystopie auf der Couch. Eine Insel in dem künstlichen See und stille verzweifelt gegen das schreiende Baby an. In mir gärt die Urangst mein kleines Baby könnte in der nächsten Woche verkümmern. Okay, sorgen kann ich mich später. Hier hat mein Geständnis eine wahre Flut der Hilfsbereitschaft ausgelöst.

Die Chefin des Service ist selbst Mutter und hat den richtigen Drive. Die Kaiserin kommt gar nicht erst auf den Gedanken, irgendwelche Fisimatenten zu machen, da sitzt sie schon im Kinderstuhl. Eine Serviette dient als improvisiertes Lätzchen. Das Buffet ist großartig. Ich komme allerdings nicht dazu, lukullisch aus dem Vollen zu schöpfen. Der Gemütszustand des Kultamupsis wechselt von gereizt zu hysterisch. Ich tanze mit „Sssssch-Lauten“ zwischen den Tresen umher und fülle relativ wahllos Teller mit Dingen, die der Kaiserin schmecken. Kein Mensch macht Platz oder lässt mich mal dazwischen. „Vielen Dank auch“, denke ich und drücke dem Kultamupsi einen Gurkenstick in die Hand. Keine Ahnung warum, aber das wirkt. Sie beruhigt sich und schläft ein.

Zurück am Platz nutzt die Kaiserin ein Stück Wassermelone als Waschlappen. Das Stück erinnert nach innigem Quetschen schon mehr an einen Melonenfladen. Ich find’s praktisch und sie rasend komisch. Das geht nicht nur ihr so. Der kleine Junge am Nachbartisch lacht sich scheckig. Er ist ungefähr in ihrem Alter. Seine Mama und ich teilen in einem kurzen Blickkontakt unsere Verzückung. „Meine Güte sind unsere Kinder gerade süß miteinander, oder!?! Ist das nicht schön?!? Und ist das nicht ein wundervoller Ort mit so reizenden Menschen?“ Wogen des Mutterglücks im Subtext. Die brechen jäh in sich zusammen, als ihr Blick auf den leeren Stuhl an unserem Tisch fällt. Ich beobachte, wie sie kurz am Buffet nach dem Papa Ausschau hält. Sie erfasst die Lage, wendet sich ihrem Partner zu und gibt einen kurzen Kommentar ab. Er mustert mich neugierig und fordert dann seinen Sohn auf, weiter zu essen. Ich bin raus, merke ich. Ich weiß zwar nicht wieso, aber dieser Eltern-Flirt endet genau hier. Vielleicht hat sie Angst, dass meine Rotzlöffel den neuen Super-Schnodder-Schnupfen ausbrüten, der ihr den Urlaub vermiest. Mit dem Gedanken tröste ich mich. Es bleibt ein fader Beigeschmack. Ich hab’ so eine Ahnung, dass das jetzt nicht der Grund war.

Der Abend verläuft weiter ereignislos. Im Zimmer habe ich Betten und Couch zu einer Liegewiese von ca. 5 Metern Breite zusammengeschoben. Somit ist der Raum in der Tiefe dann auch erschöpft. Für uns ideale Bedingungen. Unser Einschlafritual besteht aus einem Power-Walk von einer Dreiviertelstunde durch die Gartenanlagen des Ressorts. Blühende Rosmarinsträucher, kleine Tümpel mit Seerosen und Strelitzien. Nicht umsonst werden die auch Paradiesvogelblume genannt. Es ist wirklich wundervoll. Beide Kinder lassen sich anstandslos betten. Way to go! Ich kann das schaffen, denke ich. Sechs Tage noch! Dann wird es Nacht …

Wer noch keinen Nachtschreck erlebt hat, kann den Horror, den man in 20 Minuten mit seinem Kind durchleben kann nicht ermessen. Pünktlich zur Geisterstunde sitzt die Kaiserin plötzlich aufrecht im Bett. Die Augen weit aufgerissen. Ich spreche sie an. Ich frage, ob sie schlecht geträumt hätte. Damit beginnt es. Sie schreit. Sie schreit und schreit und schreit. Es dringt bis ins Mark. Immer wieder streckt sie ihre Arme nach mir aus und schlägt dann auf mich ein, wenn ich mich nähere. Wild, ja wie rasend windet sie sich auf dem Bett. Das Kultamupsi schreit mit. Entsetzen. Ich bin hilflos. Aus Angst, dass sie sich verletzt, halte ich sie fest. Ich nehme sie mit ins Badezimmer, wasche ihr Gesicht mit einem kalten Lappen in der Hoffnung, das bringt sie wieder zu sich. Der Schrecken geht weiter. Ich zeige auf unser Bild im Spiegel, dabei sage ich immer wieder: „Guck, da sind nur wir.“ Aber sie streckt ihre Arme weiter einer imaginären Person entgegen. Sie sieht uns nicht, obwohl ihre Augen weit geöffnet sind.

Das Baby schluchzt. Es weint nicht mehr. So weit ist es noch nie gekommen. Dieses Wimmern, das vielmehr Selbstberuhigung ist, als Hilferuf, es zehrt an mir. „Sie hat aufgeben“, denke ich. Mein Herz schmerzt. Da ist kein Papa, der helfen könnte. Ich halte meine große Tochter in den Armen und rede dabei auf mein kleines Baby ein. Die Kaiserin wird ruhiger. Ich fange an zu singen. Ihr Lied. So plötzlich wie es angefangen hat, ist es vorbei. Sie liegt in meinen Armen und schläft. Ich stille das Kultamupsi und auch sie kommt an meiner Brust zur Ruhe. Ich brauche dazu mehr Zeit und durchkämme das Internet nach Informationen. Gegen 4:00 Uhr falle ich zwei Stunden in unruhigen Schlaf. Dann wird es Morgen … Sechs Tage noch!

Aufregendes 2017

Hallo ihr Lieben,

Weihnachten ist nun vorbei. Wir hatten tolle, gesegnete Tage bei und mit unseren Liebsten. Die Kinder haben, trotz der ganzen Aufregung, gut mitgemacht. Isabella kam aus dem Stauen nicht mehr raus – überall gab es Geschenke und dann auch noch für sie. Was gibt es schöneres als leuchtende Kinderaugen? Elias sah das Ganze mit seinen 5 Monaten alles etwas pragmatischer – was gibt es schöneres als die eigenen Füße? 😀

Nun steht das Jahr 2016 vor der Tür und damit eine aufregende Zeit für uns. Wir haben nämlich ein neues Projekt – unser Eigenheim. Seit Wochen bin ich auf der Suche nach Inspiration. Zur Zeit sitzen wir gerade an den Bauplänen. Gar nicht so einfach alle Wünsche und das eigene Budget unter einen Hut zu bekommen. Groß, aber nicht zu groß. Drei Kinderzimmer, zwei Badezimmer, offene Küche, Schlafzimmer, Garage… Die ersten Entwürfe sind gemacht, aber es gibt noch viel zu entscheiden.

Bevor das neue Haus gebaut werden kann, muss jedoch das alte Haus erstmal weichen. Ich habe vor das Bauunterfangen mit euch zu teilen und euch über die Fortschritte auf dem Laufenden zu halten.

Außerdem werde ich das Projekt “Wunschgewicht” weiter in Angriff nehmen. Die ersten 20 kg sind bereits runter von den Hüften und weitere Kilos sollen folgen. Ich freue mich, wenn ihr mich auf meinem Weg begleitet.

Ab nächstes Jahr werde ich mich außerdem an einer veganem Ernährung versuchen. Durch die Low-Carb-Ernährung kann ich Fleisch einfach nicht mehr sehen. Außerdem habe ich seit der Schwangerschaft mit Elias Probleme Milchprodukte zu verdauen. Um mich auf dieses Projekt vorzubereiten, habe ich viele Bücher gelesen. Schließlich möchte man sich auch vegan nicht einseitig ernähren. Auch an diesem Weg werde ich euch teilhaben lassen.

Gespannt bin ich außerdem auf die Entwicklung unserer Mäuse. Elias hat zwischen den Tage schon seine erste Zähnchen bekommen.

Wie ihr seht hat 2018 viel für uns im Gepäck.

Welche Projekte habt ihr für das neue Jahr?

Kinderfreundlicher Zahnarzt ..zwei Worte, ein Fehler

Meine Tochter (12) hat Fuß.. schon seit längerem kann sie nicht auftreten, der Schulsport sowie die Zimmerreinigung leidet darunter.

Normalerweise reicht ein „Dann ruf ich mal beim Arzt an“ aus, damit eine spontane Wunderheilung einsetzt.

Diesmal aber schien es doch ernster zu sein, also fuhren wir zum Orthopäden.

Da meine Tochter durch ihre emotionalen Störungen ein extrem schwieriger Patient ist, machte ich mich auf einiges gefasst.

Sie hat dann das Eingerenke („Aua“), die Wirbelsäulenanalyse („Aua“) und auch die 5 Kontrollschritte („Aua“) sehr gut geschafft.

Entgegen meiner Erwartung konnten wir schon nach einer knappen halben Stunde die Praxis wieder verlassen – gesegnet mit einem weiteren Attest.

Genau gegenüber der Orthopädie gibt es eine Zahnarztpraxis.

Erwähnenswert ist, dass die 12-jährige Tochter noch niemals beim Zahnarzt war.

Vor drei Jahren habe ich sie mal mitgenommen, damit mein Arzt auch schnell mal einen Blick auf ihre Zähne werfen konnte, aber es gab noch nie Grund zur Beanstandung – kein Loch, kein Putzfehler, kein anderes Problem.

Beschwingt von dem tollen Erlebnis zuvor, sagte ich übermütig zur Tochter: „Lass uns doch schnell mal da beim Zahnarzt fragen, ob er jetzt ganz spontan Zeit hat.“

Ein neuer Zahn kam nämlich gerade VOR einem Milchzahn heraus und es stellte sich die Frage, ob der Milchzahn gezogen werden sollte oder ob der neue diesen verdrängen würde..

„Hmm.. ok – aber NUR KUCKEN LASSEN..“

„Natürlich, und wenn er sagt, der muss gezogen werden, machen wir dafür einen Extratermin ab, einverstanden?“

So betragen wir also die unbekannte Praxis und waren erfreut zu hören, dass der Arzt in 10 Minuten Zeit hätte.

Unsere Freude begann sich etwas zu trüben, als wir in das klitzekleine Wartezimmer kamen – wir fanden einen Raum vor, der ungefähr so groß wie eine Bushaltestelle war – er sah auch entsprechend aus.

Als Mutter schaue ich in Wartezimmern immer zuerst in die Kinderecken – ist diese gut ausgestattet, fasse ich schneller Vertrauen zum Arzt.

Diese „Kinderecke“ war so groß wie ein Katzenklo – zwei abgegrabbelte Kuscheltiere mit einer ungeraden Anzahl an Augen waren des Spielzeugs genug.

Jedenfalls stand dort EIN kleiner Stuhl.

Die Lektüre für die Erwachsenen Patienten beschränke sich leider auf Werbebroschüren für Zahnpasta und Rheumasalbe und – eine Bibel…

Die Emotionen der Tochter waren nur noch schwer zu bändigen, als dann schließlich der Zwilling von Kojak ins Sprechzimmer bat.

Er drückte mir kräftig die Hand („Aua“) und bat die Tochter, sich auf den Behandlungsstuhl zu legen.

Auf die Frage „Na, was hast du denn für ein Anliegen?“ antwortete sie noch tapfer „Also ich wollte.. also da ist ein Milch.. also ein Milchzahn…“, zeigte mit dem Finger auf die betroffene Mundpartie und schaute gleichzeitig mit großen Augen in die offene Besteckschublade des Zahnarztes..

„Na, leg dich man hin, alles weitere mache ich dann schon..“

„Aber der Zahn wird doch nicht gezogen, oder?“, fragte die 12J ängstlich.

„Also was ich mache, das überlässt du am besten mal mir!“

Jetzt war für mich der ideale Moment, ihm einige Fakten zu nennen.

„Annemarie ist sehr ängstlich – sie war noch nie beim Zahnarzt. Könnten sie ihr das ganze ein wenig leichter machen? Das wäre toll..“, bitte ich zuversichtlich.

Was danach passierte, glich einem schlechten Film.

Dr. Kojak drückte das Kind auf den Stuhl und fing an, ihr mit einem Spiegel im Mund herumzufuchteln.

Eine bis dato unsichtbar im Hintergrund geparkte Sprechstundenfrau stellte die über-den-Kopf-hängende Lampe richtig ein und tippte dann wichtige Dinge auf ihrer Tastatur.

„F5 oben, Z3 unten, F10 löschen, BMX vorhanden..“

So begutachtete der Doktor jeden Zahn der Tochter, die tapfer ihre Hände in die Hose krallte.

Ich merkte, dass sie kurz vorm Platzen war und schickte ihr mentale Stärke.

Plötzlich eskalierte die monotone Situation – Dr. Kojak zauberte aus dem Nichts ein Luftpuster hervor und brachte mit ein paar gezielt eingesetzten „PPFFFFT     PPFFFFT “ die Tochter fast an die Grenze der Hysterie.

Sie versuchte, sich aufzurichten und zu analysieren, was ihr jetzt dieser fremde Mensch in den Mund gesteckt hatte.

Ein panisches „WAF WAR DAF??“ veranlassten den Arzt und die Chamäleonfrau aber lediglich, sie festzuhalten und wieder auf die Liege zu drücken.

Um ein paar beruhigende Worte bemüht, sagte der Arzt dann (und ich schwöre, dass es so und nicht anders stattgefunden hat):

„Du schminkst dich? Sieht aber SCHEISSE aus.. lass das doch !“ – der perfekte Satz für ein pubertierendes, psychisch nicht gesundes Mädchen..

Fassungslos öffnete ich den Mund, um meiner Empörung Luft zu verschaffen, dachte dann aber an die ausweglose Situation der Tochter und versuchte abermals, an sein Einfühlungsvermögen zu appelieren.

„Meine Tochter hat psychische Störungen – würden sie bitte ein wenig darauf achten, ihr vorher zu erklären, was sie gerade machen? Das würde ihr wirklich sehr helfen (du Arsch)..“

Dr. Kojak fing an, ihr vom VERSIEGELN der Zähne vorzuschwärmen – sicherlich dachte er dabei an die finanzielle Mehreinnahme, die aber wohl nicht der Kinderecke zu Gute kommen würde.

Die Tochter hatte seit dem auf-die-Liege-gedrückt-werden schon dicht gemacht – sie gab auf jede Ausführung des „Arztes“ ein „OK“ zum besten.. als wollte sie ihn damit beruhigen und gnädig stimmen.. meine arme, tapfere Tochter.

„Jaja, du brauchst nicht immer OK sagen !“ kam dann vom Arzt, der mit Sicherheit nicht im Umgang mit Kindern geschult war.

Schließlich packte er weitere Instrumente aus, von denen ich irgendwie annahm, dass sie Rostflecken enthielten.

Ein panisches „WAS MACHEN SIE JETZT ?“ der Grossen wurde gelassen ignoriert und störte ihn nicht im geringsten dabei, mit seiner Instrumentenvorführung weiterzumachen.

Tränen liefen der Tochter über die Wangen – leider ignorierte Dr. Kojak diese auch vortrefflich..

„Ach und übrigens, die VERSIEGELUNG kostet sie 15,- pro Zahn..“, erzählte er mir durch seinen Mundschutz.

während er den Kopf abwendete und laut die Nase hochzog, war ich ganz hypnotisiert von der Frage,  was wohl schon alles in diesem Mundschutz gelandet war..

„Ähm – ja.. aber das machen wir doch nicht jetzt.. ich kann es mir ja überlegen.“

Meine Tochter will aufspringen, wird aber wieder von immerhin behandschuhten Händen festgehalten.

„Nein nein,. das machen wir jetzt !!“

Und liebe Leute, die Panik in den Augen meiner Tochter brachen mir das Herz.

Der Überlebensmodus wurde aktiviert.

„Ohh nein, das machen wir NICHT jetzt und auch nicht irgendwann anders – jedenfalls nicht HIER !“

Ich zerrte das Kind, das die Spannkraft eines Handtuchs hatte, vom Stuhl, ließ die Chamäleonfrau und den gruseligen Doktor stehen und marschierte zum Ausgang.

Als die Tür hinter uns ins Schloss fiel, brach die Tochter schließlich zusammen.

Sie weinte und weinte, ich nahm sie in die Arme und versuchte eine Kraftübertragung..

Doch mein Ärger über die ganze Situation hatte noch keine Gelegenheit gehabt, sich an den richtigen zu wenden, deshalb klingelte ich und betrat noch einmal die Praxis.

Dr. Kojak und zwei in weiß gekleidete Frauen standen dort an der Rezeption und ich fing sofort an:

„Ich möchte ihnen nur sagen, dass ich es ganz schlimm finde, wie sie diese Behandlung durchgeführt haben. Ich hatte ihnen gesagt, dass meine Tochter Probleme hat und sie sind nicht in der Lage gewesen, auch nur ein wenig auf sie einzugehen..“

Der Satz „Jedem so, wie er es braucht !“ glättete die Wogen nicht unbedingt.

„Sie hätten doch einfach etwas mehr erklären können – und SCHEISSE ist auch nicht gerade das Wort, dass ich von einem Mediziner erwarte..“

„Wenn das ihren erzieherischen Ansprüchen nicht genügt, kann ich da auch nichts für.. “

Und so wurde ich zum ersten Mal aus einer Praxis rausgeschoben – und es war wohl auch besser so!

Die Tochter habe ich lange beruhigen müssen.. und meine Absicht, ihr einen entspannten, ersten Zahnarztbesuch zu verschaffen, ging völlig schief.

Mit einem emotional gestörten Kind gestaltet sich so ein Arztbesuch als sehr schwierig. Viele Faktoren bedürfen einfach einer genaueren Prüfung, bevor man das Kind einer neuen Situation aussetzt.

Manchmal vergesse ich das oder messe dem Problem nicht genug Bedeutung zu – das ärgert mich, ist aber menschlich !

Ein Gutes hat die ganze Geschichte allerdings – „Wow, du hast dich so toll für mich eingesetzt, du bist die allerbeste Mutter !!“ habe ich an diesem Tag noch oft gehört.

Unters Messer

Hallöchen ihr Süßen,

morgen ist der Tag der Wahrheit. Unser Jack muss unters Messer, sonst hat er leider keine Chance mehr. Er hat große Probleme mit seinem Popo und kann ja schon länger nicht allein auf den Topf. Bisher konnten wir ihm dabei immer von außen helfen. Doch das geht jetzt leider nicht mehr.

Unsere Gefühle spielen Achterbahn. Wir können es nicht glauben und stehen irgendwo zwischen hoffen und traurig sein. Drückt unserem Senior die Daumen, dass die Operation gut verläuft und er morgen Mittag mit einem “neuen” Poschi aufwacht und er ein großen Stück Lebensqualität gewinnt.

Küsschen

Gastbeitrag – Wie mal alles begann

Hallöchen,

heute habe ich mal einen anonymen Gastbeitrag einer guten Freundin von mir, den cih hier veröffentlichen darf. Natürlich haben wir den Anonymität zuliebe alles Namen abgeändert und nennen meine Freundin einfach mal „Gabi“. Gabi hat ein aufregendes Leben hinter sich aber liest selbst, wie sie schwanger wurde:

Wild und frei! Ja, meine lieben Mädchen, das war ich, bevor ich Euren Papa kennenlernte oder so sah ich mich gerne. Dass es da manchmal einen feinen Unterschied gibt, werdet Ihr noch erfahren. Und das ist gut so. Aber ich greife vor. Also, Kinder, meine Zwanziger hatte ich damit verbracht, durch Europa zu ziehen und war schließlich in Hamburg gelandet.

Meine Beziehungen waren polyamourös, queer und offen. Fragen zu „Blow-Job-Techniken“ beantwortete ich genauso enthusiastisch wie zu agiler Software-Entwicklung. Sexpositiv und frauenbewegt gründete ich Porno-Zirkel und hielt neben „Laura Méritt“ Workshops auf Kunst-Festivals, die sich mit dem Thema „Sexualität“ auseinander setzten. Ich traf mich regelmäßig mit Freunden zu Orgien an entlegenen Orten Europas. Das Wort „Schlampe“ galt in meinen Kreisen als Kompliment.
Ich lebte zusammen mit meinem besten Freund und Kater in einer Wohnung mit Garten am Stadtrand. Unsere Beziehung war alles andere als leidenschaftlich, aber getragen von einem tiefen, grundlegenden Verständnis. Eigentlich lief das alles ganz okay für mich, so im Nachhinein betrachtet. Und dann tat ich etwas, was alle schockierte: Ich wurde schwanger von einem beinahe Fremden und ich entschied mich für das Kind.

Euer Vater war ein Abenteuer. Er ist es immer noch. Der längste und wildeste Ritt meines Lebens begann, wie viele meiner besten Geschichten, auf der Langen Reihe im Hamburger Stadtteil St.Georg. Honig, Granatapfel-Splitter und Gin. Überall Goldflitter. Es war Weihnachten. Ich war genervt von all der Heimeligkeit und der Enge. Ich wollte ausbrechen. Familienfeste sind nicht meine Stärke.

Wir trafen uns in einem kleinen, arabischen Restaurant. Ein Blinddate. Ich kam gerade vom Sport. Damals ging ich noch mehrmals in der Woche ins Fitness-Studio und hatte trotzdem ein schlechtes Gewissen, dass ich nicht täglich trainierte. Pfff!

Ich war verschwitzt, irgendwie gehetzt und fühlte mich nicht richtig angezogen. Und tatsächlich meinte ich einen Funken Enttäuschung in den Augen auszumachen, als wir uns gegenüberstanden. Ihr könnt so viel holistisch atmen, wie ihr wollt, Mädels! All das Hecheln und Erden Eurer Wurzelchakren wird Euch nicht vor diesem Moment essentieller Unsicherheit bewahren, wenn Ihr Euch der vermeintlichen Ablehnung eines fremden Menschen aussetzt. Und auch das ist gut so!

Jedes Mal, wenn ich Dir zusehe, meine große Tochter, wie Du Dich in der Sandkiste vor einem unbekannten Kind aufbaust, um ihm Dein Spielzeug anzubieten, bete ich, dass Du Dir diesem Mut bewahrst. Du machst das so gut!

Denn nur so begegnen wir einander. Nur so erfahren wir, dass manche Menschen bleiben. Euer Vater blieb und fing an, anzugeben, dass sich die Balken bogen. Er erzählte mir von der großen Welt, die er bereist und all den Erfolgen, die er eingestrichen hatte. Da war es an mir zu bleiben.

Mirko mochte meine Augen, glaube ich. Er sagt mir solche Sachen nicht, aber ich sehe wie er Euch ansieht. Ihr habt sie beide geerbt, meine blauen Strahler. Und wie er Euch so betrachtet, bin ich mir sicher, es waren meine Augen, die ihn zum Bleiben bewogen. Wir zogen weiter in eine Kneipe, in der der schwule Kellner mindestens so betrunken war wie wir selbst. Er war Pole und erzkatholisch. Ein ums andere Mal erklärte er Mirko, auf mich müsse er ganz besonders aufpassen. Fremdschämen und ein Hauch Koketterie mit dem ungeliebten Weibchen-Schema. Der Abend endete, indem ich Mirko küsste. Dann setzte ich mich ins Taxi nach Hause. Kurz darauf lud mich Mirko zu sich nach Hause ein. Lasagne und Wein. Jede Menge Wein.

In 15 Jahren, in denen ich sexuell aktiv war, hatte ich drei Mal auf ein Kondom verzichtet. Meine Pubertät in den 90er Jahren fiel zusammen mit den ersten „Safer Sex Kampagnen“. Der Film KIDS lief im Kino. Die AIDS-Problematik hat mich geprägt. Sex ohne Kondom war für mich ein Tabu. Warum ich’s an diesem Abend mit Mirko brach? Aus Neugier. Aus Übermut. Aus Lust. Aus Unvernunft. Danach lagen wir im Bett und sprachen über Kinder. Vielleicht war einfach die Zeit reif. Ich blieb bis zum nächsten Abend. Es fühlte sich selbstverständlich an.

Du, meine Kaiserin, warst als erstes ein Gedanke, der sich festgesetzt hatte. Ein „Was-wäre-wenn“, das nicht mehr verschwinden wollte. Oder warst Du doch mehr ein Gefühl, eine Unsicherheit, die blieb? Ein „Kann-nicht-sein“ und ein „Oder-doch“. Zwischen zwei Sitzungen mit der Finanz-Abteilung und der Entwicklung warst du dann ein Wort. Auf den Toiletten meines Arbeitgebers schaltete sich das Licht aus, wenn man sich eine Weile nicht bewegte. Ich muss ziemlich lange dort gesessen haben, um auf das Display des Schwangerschaftstest zu starren.
„Gleich“, dachte ich. „Gleich taucht das entscheidende Wörtchen auf.“ Gleich steht da: „Nicht schwanger.“ Ich saß da, bis es klopfte. Eine Kollegin holte mich zum nächsten Termin. Sie fragte mich, ob alles okay sei. Ich antwortete: „Ja.“ Das war es doch, oder? Ich hatte verhütet, war ganz sicher gegangen. Die Hormon-Spritze. So sicher wie nichts anderes. Das war ein Fehler. Das musste ein Irrtum sein. Das redete ich mir ein und fühlte doch, dass es keiner war.

Das Taxi brachte mich von der Arbeit zu Mirko. Wie wäre unsere Geschichte weiter gegangen, wenn ich erst nach Hause gefahren wäre? Was wäre gewesen, wenn Mirko nicht auf meine Nachricht reagiert hätte? Vermutlich wäre heute alles anders. Oder? Mir gefällt die Vorstellung, dass alles auf ein bestimmtes Ziel hinläuft. Der Gedanke, dass wir alle an dem Ort sind, an dem wir sein sollen. Dass alles gut ist, wie es ist.

Mirko saß mir gegenüber und blieb ganz ruhig. Dann strahlte er und umarmte mich. Es ist diese bedingungslose Akzeptanz, die ich an ihm so bewundere. Es ist die Energie, mit der er sich in alles Neue schmeißt und es ist der absolute Wille, das Seine zu beschützen, die ich von diesem Moment an liebte.
Es ist die Distanz, die er zu den Dingen einnehmen kann, die mich seitdem verunsichert. Es ist die Müdigkeit, die mich überkommt, wenn sich am Horizont schon wieder die nächste Änderung andeutet und mein Widerwillen mich vereinnahmen zu lassen, die es manchmal so schwierig machen.

Wir lernten uns in dem Maße kennen, in dem ihr gewachsen seid. Es gibt einfachere Voraussetzungen. Deine Geburt, Kaiserin, erlebten wir zu Dritt. Ich lebte damals wieder mit meinem Freund zusammen. Als Papas Eltern Dich zum ersten Mal in den Armen nahmen, war wieder alles in der Schwebe. Dann kam der Umzug, die zweite Schwangerschaft und die Auswanderung. Unsere Jüngste trägt unter anderem den Namen Hoffnung. Auch das ist kein Zufall. Es ist die Hoffnung, dass wir weiter wachsen, aneinander und als Familie, die uns trägt.

Endlich Sommer

Hallo ihr Lieben,

was macht ihr bei solch herrlichem Wetter?

Bei uns im Norden sind es aktuell 29° C im Schatten und wir haben nicht eine Wolke am Himmel. Ein laues Lüftchen sorgt hin und wieder für etwas Abkühlung. Wir genießen es! Isabella spielt den ganzen Tag gut eingecremt draußen – trotz ihrer etwas dunkleren Haut durch Papa Pino, wird die Maus mit einer Lichtschutzfaktor-50-Lotion für Kids eingecremt (sicher ist sicher 😉 ). Welche Cremes benutzt ihr? Eine teure aus der Apotheke? Extra eine für Kinder? Ist das überhaupt nötig?

Wir haben super Erfahrungen mit der Kidslotion von Eucerin gemacht. Sie lässt sich super verteilen, Isabellas Haut verträgt sie gut und Sonnenbrand hatten sie bisher auch nicht.

Sonnencreme

Am liebst spielt die kleine Maus bei diesen Temperaturen mit ihren Bechern am oder im Planschbecken. Außerdem hat sie ihr “Baby” für sich entdeckt. “Baby” ist eine Puppe, die sie zu ihrem ersten Geburtstag geschenkt bekommen hat. Jetzt, ein halbes Jahr später, darf “Baby” nicht mehr fehlen. “Baby” muss überall mit hin, wird im Puppenwagen geschoben, gekuschelt, bekommt Küsschen, wird gebadet und bekommt Geschichten erzählt, über die sie dann zusammen lachen. Bella-Maus ist über Nacht zur Puppenmama mutiert. Super süß!

Ich hingegen bin lieber im Schatten. Ich war noch nie ein “Sonnenanbeter” und habe stundenlang in der Sonne gebraten. Mir ist es im Schatten einfach lieber, wenn es so warm ist. Außerdem kann ich euch so aus dem Garten, am Tisch unterm Schirm ein paar Zeilen schicken. 😉 Papa Pino könnte den ganzen Tag in der Sonne liegen. So suchen wir uns immer ein Plättchen, das beides hat – Sonne und Schatten. Über die Mittagszeit oder wenn es der Maus zu warm wird, verkriechen wir uns auch gern für ein halbes Stündchen im Haus. 🙂 Welcher Sonnentyp seid ihr?

Was esst ihr bei diesem Wetter? Ich liebe kalte Wassermelone oder leichte Salate. Am Wochenende wird bestimmt nur gegrillt. 🙂 Die kleine Schnecke isst jetzt auch lieber kalte Speisen, frischen Obst oder Sandwiches. Habt ihr vielleicht ein Lieblingsrezept im Sommer? -Dann her damit! Ich probiere so gern neue Sachen aus.

Gestern Abend hat sich der kleine Mann – bzw. die Anfänge seiner Reise zu uns – bemerkbar gemacht. Etwa eine Stunde hatte ich immer mal wieder leichte Kontraktion, genau wie bei Isabella. Mal sehen wie es heute Abend ist. Bei Bella ging das allerdings fast zwei Wochen so. Also ist weiter Geduld angesagt. Ach, wäre ich doch nicht so neugierig auf unseren kleinen Schatz. Aber ER bestimmt das Tempo.

Genießt das Wetter.